11 besten Tipps zum Pilgern bei extremer Hitze

Was kannst du machen um durchzuhalten?

Deutschland leidert dieses Jahr unter einer enormen Hitzewelle. Vielleicht fragst du dich ja auch: Wie sieht das eigentlich beim Pilgern im Sommer mit Hitze aus? Daher nun ein paar Erfahrungen von mir sowie 11 Tipps zum Pilgern im Hochsommer.  Aus eigener Erfahrung weiß ich wie schwer es werden kann bei starker Hitze zu pilgern.

Eins erwähne ich gleich vorweg: Ich bin kein Arzt oder Mediziner, ich gebe hier nur meine selbst gemachten Erfahrungen weiter. Möglicherweise ist einiges von dem für dich schon Selbstverständlich.

Es ist generell im Sommer auf dem Jakobsweg voll, dass weißt du evtl. bereits aus den Pilgerstatistiken. Die Sommerferien laden einfach viele Menschen dazu ein, in dieser Jahreszeit pilgern zu gehen da es zu anderen Zeit schwierig ist so lange Urlaub zu bekommen.


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Doch nun, lass uns starten mit einigen Tipps, wie du gut mit der Hitze auf dem Jakobsweg zurechtkommen kannst:

11 Tipps für das Pilgern im Hochsommer

1. Nicht im Hochsommer pilgern gehen

Du wirst mich jetzt wahrscheinlich für bekloppt halten aber im Ernst, dass ist der ernst gemeinteste Tipp von allen. Gehe nicht im Sommer auf folgende Jakobswege:

Diese Wege sind in Gebieten die im Sommer sehr heiß sind und aus meiner Sicht im Zeitraum von Juli bis August nicht zu empfehlen.

2. Mit der Sonne aufstehen

Wenn Du weißt das es heiß wird, stehe mit der Sonne auf und beginne die Tagesetappe schon um 6 Uhr morgens. Wenn Du noch ganz entspannt zwei Kaffee trinkst kann es schnell mal 9-10 Uhr werden, bevor du loskommst. Und dann gerätst du volle Kanne in die Sonne.

Weiterer Vorteil des frühen aufbrechens ist, dass du mit großer Wahrscheinlichkeit in der nächsten Herberge einen Schlafplatz bekommst. Ein Nachteil kann sein, dass du vor der Herberge noch warten musst, da einige Herbergen erst am frühen Nachmittag aufmachen.

Zelten kann ich bei Hitze garnicht empfehlen. erstens musst Du das Zelt zusätzlich mitschleppen, zweitens heizt sich ein Zelt enorm auf.

3. Mach’s wie die Spanier – Mittags ist Siesta

Solltest du doch mal spät losgekommen, oder auf einer langen Etappe: Halte es wie die Spanier – mach Siesta in der Zeit von 12 – 15 Uhr!
Such dir ein schattiges Plätzchen unter einem Baum, besorg dir vorher etwas zum Picknicken und dann ruh dich etwas aus, dös etwas, und genieße den Moment. Im besten Fall hast du ein wenig Wind, der zusätzlich geht und dir die Siesta versüßt.

Jetzt ist der perfekte Momente um Tagebuch zu schreiben oder zu einzusprechen. So mache ich es jedenfalls.

4. Trinken, trinken und nochmals trinken

Man kann es garnicht oft genug sagen, wenn es richtig heiß ist, ist Flüssigkeit dass Wichtigste für Deinen Körper. Als Pilger mit relativ schwerem Rucksack ist wahrscheinlich klar, dass Du da mehr schwitzt als ein Urlauber auf seiner Liege am Pool.

Vermeide bei der Flüssigkeitsaufnahme süße Getränke und eiskalte Getränke. Bei letzteren muss der Körper zusätzlich Energie aufwenden, um das Getränk bzw. den Magen wieder auf Körpertemperatur zu bringen.

5. Wie transportierst Du am besten das viele Wasser?

Falls du dich fragst, wie du das ganze Wasser transportieren kannst: Zwei Möglichkeiten gibt es da. Erstens die Trinkblase, die faltbar ist. Im ungenutzten Zustand nimmt sie kaum Platz weg, ist relativ leicht aber hat zwei klare Nachteile: Schwierige Reinigung (ACHTUNG: Infektionsgefahr) und Anschaffungskosten.

Zweite Variante sind PET-Flaschen: Sie sind super leicht, können in den Flaschentaschen des Rucksacks untergebracht werden und sind sehr leicht zu reinigen. Größter Vorteil jedoch ist, dass die PET-Flaschen kostenfrei übrig bleiben wenn das Mineralwasser alle ist.

6. Brunnen Markierungen beachten

Falls du unterwegs Deine Trinkblase oder Wasserflaschen an Brunnen auffüllen möchtest, achte auf folgende Kennzeichung. „Agua potable“ bedeutet „trinkbar“, „Agua no potable“ dementsprechend „nicht trinkbar“.

Im Outdoor Pilgerführer* wird in der Wegbeschreibung an manchen Stellen das Brunnen-Symbol gezeigt was dir auch bei der Suche nach Brunnen helfen kann. Meiner Erfahrung nach gibt es unterwegs nicht so viele Brunnen mit Trinkwasser. Es gibt aber genügend Möglichkeiten Wasser zu kaufen, so dass du nicht auf Brunnen angewiesen bist. Zusätzlich gibt es auch noch einige Quellen auf dem Weg. Das Wasser ist bedenkenlos trinkbar.

Mach dir nicht den Stress und schleppe einen Wasserfilter mit. Das kann man auf Infrastrukturell schlecht ausgebauten Strecken  wie dem Pacific Crest Trail, Continental Divide Trail oder dem Kungsleden machen, aber doch nicht auf dem Jakobsweg wo an jeder zweiten Ecke eine Bar zum rasten einlädt.

Also entweder du kaufst dir Wasser oder du füllst es am Wasserhahn einer Bar auf. Die Erfahrungen sagen, dass es mit dem Trinkwasser in Nordspanien keine Schwierigkeiten gibt.

7. Kopfbedeckung

Dein Kopf ist besonders empfindlich und sollte explizit geschützt werden. Daher solltest du, wenn du im Hochsommer pilgerst, unbedingt eine Kopfbedeckung dabei haben. Ob das eine Basecap ist oder ein Schlapphut, ist komplett dir überlassen. Wenn Du keinen Sonnenstich bekommst, wirst Du Dich freuen über diesen Tip.

8. Wähle kürzere Etappen

Ist es klar, dass es ein sehr heißer Hochsommertag wird überlege ob Du lange Etappen auch halbieren kannst. Schaue im Pilgerführer ob es zwischendurch nicht auch noch eine Herberge gibt die Du nutzen könntest. Du erreichst dann die Pilgerherberge eher und kannst die gewonnene Zeit verwenden um Deine Wäsche zu waschen. 😉

9. Schwere Mahlzeiten in der Hitze vermeiden

An richtig heißen Tagen kann ich dir nur empfehlen erst abends warm und groß zu essen. Wenn du dir mittags schon ein Steak mit Pommes reinhaust, und dann weiterpilgerst, ist das vielleicht für den Wärmehaushalt deines Körpers keine gute Idee. Daher rate ich tagsüber eher leichte Sachen: Früchte und Obst, Nüsse, vielleicht ein belegtes Baguette („bocadillo“).

10. Kleide Dich im sog. Zwiebelprinzip

Zwiebelprinzip bedeutet viele dünne Schichten statt einem richtig dicken Kleidungsstück. Beispiel: Funktions-T-Shirt, Longsleeve, dünne Fleecejacke. Wenn du beim planen deiner Packliste das Zwiebelprinzip beachtest, bist du unterwegs auf dem Jakobsweg schon mal gut auf die jeweilige Situation vorbereitet.

11. Hör auf deinen Körper

Dein Körper wird dir sagen, was er bei der Hitze leisten kann und was nicht. Du darfst nun lernen, ihn auch zu hören bzw. auf dein Bauchgefühl. So wünsche ich dir: Buen Camino

Wie sind deine Erfahrungen? Hast du noch Tipps? Teile es gerne in den Kommentaren mit!

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