Ein neuer Rucksack wird für den Camino Frances benötigt

Kann der Deuter dem Qsprey das Wasser reichen?

Nachdem mein erster Rucksack auf der Via Baltica kaputt ging, habe ich mich trotz gutem Tragekomfort und geringem Eigengewicht gegen einen Neukauf des gleichen Modells entschieden. Ich hatte Angst das er wieder an der gleichen Stelle kaputt geht. Jetzt wollte ich auf bewehrte Deutsche Wertarbeit setzten. Diesmal griff ich bei der Firma DEUTER ins Regal und entschied mich für den Aircontact Lite 40+10.

Nachdem die Firma Deuter den ACT 40+10 aus dem Programm genommen hat und durch den Aircontact Lite 40+10 ersetzt hat habe ich also den bei meinem Outdoorausrüster meines Vertrauens ausprobiert. Die Rüucksäcke stehen dort mit 12-13 Kilogramm Gewicht, so dass man eine realistisches Gefühl für den Rucksack bekommt.

Dann habe ich geschaut wie das Befüllen bei diesem Rucksack vorgenommen werden kann. Das war dank des getrennten Bodenfachs einfacher als gedacht. Ich packte den Rucksack mit meinen Pilgerutensilien die den 40 plus 10 Liter fassenden Rucksack füllten. Der Rucksack nahm alle Utensilien perfekt in sich auf. Allerdings hatte ich in dem Osprey Exos 48 noch eine Isomatte hinein bekommen. Das würde mir bei dem Deuter Aircontact lite nicht gelingen obwohl er von den reinen Zahlen her 2 Liter mehr Volumen haben müsste.

Als nächste kam das justieren der Riemen. Das geht natürlich bei einem Rucksack in der Preisklasse sehr einfach. Am Rucksack hängt dann auch ein Anhänger auf dem bestens beschrieben wird wie man diesen Rucksack optimal einstellt. Das ist ein deutliches Plus gegenüber seinem Vorgänger. Die Riemen sind breit genug und sehr stabil. Die Hüftflossen sind sehr gut gepolstert. Die Schulterriemen sind gut gepolstert. Alle Riemen laufen leicht durch die Schnallen und der Rucksack ist trotz meiner Körpergröße von fast 2 Metern perfekt einstellbar.

Beim eigentlichen Praxistest an diesem Tag ging es vorwiegend darum ob die Körperwärme und Flüssigkeit gut absorbiert werden kann. Dazu kam es dann aber garnicht.

Gegen Mittag bin ich nämlich in einen Regenschauer geraten wo ich mir gewünscht hätte den Regenponcho zu haben. Meine Hosenbeine waren bis zu den Knien feucht. In einer Schutzhütte pellte ich mich dann aus. Nahm den Rucksack ab, entfernte das Regenccover und öffnete den Rucksack um mir das Zeitungspaier direkt unter den Nähten und Reißverschlüssen genau anzuschauen. Was soll ich sagen? Das Zeitungspapier war knochentrocken. Nun wollte ich es wissen und habe das Regencover in die dafür vorgesehene Tasche geknüllt und bin ohne Regencover über dem Rucksack weiter gegangen. Ich musste auch garnicht lange warten und schon deutete eine sehr dunkle Wolke den nächsten Wolkenbruch an. Normalerweise setze ich mich solchen Regengüssen nicht aus wenn es nicht sein muss, aber heute war genau dies mein Ziel. Es schüttete und war vermengt mit Schneematsch und Graupel. Der Regen hielt für ungefähr eine halbe Stunde an. Ich war so derbe durchnässt, dass ich beschloss für den Tag die Wanderung abzubrechen und kürzte die gedachte Schleife ab um wieder zu meinem Auto zu kommen.

Zu Hause angekommen untersuchte ich den Rucksack auf eingedrungene Feuchtigkeit. Was soll ich sagen? Ausser an der Stelle wo ich das klatschnasse Regencover in die Reißverschlusstasche gesteckt habe war etwas Feuchtigkeit ins Innere des Rucksacks gezogen und zwar durch das Innenfutter der Aufbewahrungstasche für das Regencover. Ansonsten staunte ich, dass dieser Rucksack nicht einen Tropfen Wasser durch gelassen hatte. Nicht an den Nähten, nicht an den Reißverschlüssen nicht an den Stellen wo die Schulter- und Hüftriemen am Rucksack angenäht waren.

Ich habe den DEUTER Aircontact Lite 40+10 jetzt schon an 6 Wandertagen verwendet und empfinde ihn als sehr kompakten Trekkingrucksack. Da er sich durch seine geringere Literzahl sehr gut für die Jakobswege eignet, ist es der perfekte Rucksack für mein Vorhaben im nächsten Jahr. Auch wenn der Rucksack ein höheres Eigengewicht hat als der Vorgänger, bin doch der Meinung die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

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