Ein neuer Rucksack wird für den Camino Frances benötigt

Welcher Rucksack darf es denn diesmal sein?

Nachdem mein erster Rucksack auf der Via Baltica kaputt ging, habe ich mich trotz gutem Tragekomfort und geringem Eigengewicht gegen einen Neukauf des gleichen Modells entschieden. Ich hatte Angst das er wieder an der gleichen Stelle kaputt geht. Jetzt wollte ich auf bewehrte Deutsche Wertarbeit setzten. Diesmal griff ich bei der Firma DEUTER ins Regal und entschied mich für den Aircontact Lite 40+10.

Um mir ein Umfassendes Bild des neuen Rucksacks machen zu können nutzte ich das perfekte Wetter während meines Urlaubs Ende August 2019. Einen Rundwanderweg den ich schon einige Male gewandert bin sollte als Testtarrain herhalten. Regen konnte ich in diesen Test nicht einbeziehen da es absolut azurblauer Himmel über dem Wendland war und regen die nächsten Tage nicht angesagt war.

Als erstes ging es an das befüllen des Rucksacks. Das war dank des getrennten Bodenfachs einfacher als gedacht. Ich packte den Rucksack mit meinen Pilgerutensilien die den 40 plus 10 Liter fassenden Rucksack füllten. Der Rucksack nahm alle Utensilien perfekt in sich auf. Allerdings hatte ich in dem Osprey Exos 48 noch eine Isomatte hinein bekommen. Das würde mir bei dem Deuter Aircontact lite nicht gelingen obwohl er von den reinen Zahlen her 2 Liter mehr Volumen haben müsste.

Als nächste kam das justieren der Riemen. Das geht natürlich bei einem Rucksack in der Preisklasse sehr einfach. Am Rucksack hängt dann auch ein Anhänger auf dem bestens beschrieben wird wie man diesen Rucksack ioptmal einstellt. Das ist ein deutlliches Plus gegenüber seinem Vorgänger. Die Riemen sind breit genug und sehr stabil. Die Hüftflossen sind sehr gut gepolstert. Die Schulterriemen sind gut gepolstert. Alle Riemen laufen leicht durch die Schnallen und der Rucksack ist trotz meiner Körpergröße perfekt einstellbar.

Beim eigentlichen Praxistest an diesem Tag ging es vorwiegend darum ob die Körperwärme und Flüssigkeit gut absorbiert werden kann

Gegen Mittag bin ich dann in einen Regenschauer geraten wo ich mir gewünscht hätte den Regenponcho zu haben. Meine Hosenbeine waren bis zu den Oberschenkeln feucht. In einer Schutzhütte pellte ich mich dann aus. Nahm den Rucksack ab, entfernte das Regenccover und öffnete den Rucksack um mir das Zeitungspaier direkt unter den Nähten und Reißverschlüssen genau anzuschauen. Was soll ich sagen? Das Zeitungspapier war knochentrocken. Nun wollte ich es wissen und habe das Regencover in die dafür vorgesehene Tasche geknüllt und bin ohne Regencover über dem Rucksack weiter gegangen. Ich musste auch garnicht lange warten und schon deutete eine sehr dunkle Wolke den nächsten Wolkenbruch an. Normalerweise setze ich mich solchen Regengüssen nicht aus wenn es nicht sein muss, aber heute war genau dies mein Ziel. Es schüttete und war vermengt mit Schneematsch und Graupel. Der Regen hielt für ungefähr eine halbe Stunde an. Ich war so derbe durchnässt, dass ich beschloss für den Tag die Wanderung abzubrechen und kürzte die gedachte Schleife ab um wieder zu meinem Auto zu kommen.

Zu Hause angekommen untersuchte ich den Rucksack auf eingedrungene Feuchtigkeit. Was soll ich sagen? Ausser an der Stelle wo ich das klatschnasse Regencover in die Reißverschlusstasche gesteckt habe war etwas Feuchtigkeit ins Innere des Rucksacks gezogen und zwar durch das Innenfutter der Aufbewahrungstasche für das Regencover. Ansonsten staunte ich, dass dieser Rucksack nicht einen Tropfen Wasser durch gelassen hatte. Nicht an den Nähten, nicht an den Reißverschlüssen nicht an den Stellen wo die Schulter- und Hüftriemen am Rucksack angenäht waren. Ich war ein bisschen erstaunt – das hätte ich nicht erwartet. Bei mir ist dieser Ruck in keinsterweise durchgefallen sondern hat den Praxistest bestanden.

Resumee zu dem LIDL Rucksack: Ein durchaus brauchbarer Rucksack für einen extrem guten Preis. Regendichtigkeit = gut, Tragekomfort = zufriedenstellend, Eigengewicht = gut, Verarbeitung = befriedigend, Volumen = 60+10 Liter; Zwei Mankos gibt es bei diesem Rucksack: Das erste Manko ist die fehlende Größeneinstellung vom Riemen bzw. Gurtsystem. Das hat zur Folge das ich mit fast zwei Metern Körpergröße von dem „Brustgurt“ fast erdrosselt werde weil der Rucksack viel zu hoch sitzt. Für mich völlig ungeeignet!
Das zweite Manko ist die Größe bzw. das Volumen. Das hat mich tatsächlich gestört und ist der Grund warum ich diesen Rucksack auch wieder zurück gebe, ich habe keine Verwendung für einen 70 Liter Rucksack. Heutzutage geht der Trend zu immer kleineren Rucksäcken mit geringerem Volumen und Equipment aus dem Ultra Light Bereich. Wenn ich LIDL einen Rat geben könnte wäre es einen kleineren Rucksack in dieser Qualität anzubieten. Weniger ist Mehr!

Kategorie: Allgemein
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