In welchem Rucksack transportiere ich meinen Kram?

Es folgt die schwere Auswahl des richtigen Rucksack

Auf dem Jakobsweg sollten 7 Kilo Utensilien ausreichen, da man in der Zivilisation ist und zumindest in den Ortschaften alles bekommt was man braucht. Hier ist es anders als auf den amerikanischen Trails auf denen man sich zum Teil über hunderte von Meilen ohne Zivilisation durchkämpft. Also auf dem Jakobsweg reicht wenn der Rucksack eine Füllmenge von 40 Litern aufweist. Auch das ist ein Wert den ich sowohl im Internet als auch vom Outdoor-Experten im Shop erfahren habe.

Da ich auch hier keine Erfahrungen hatte, war ich auf Hilfe angewiesen. Auch hier habe ich im Internet wieder total unterschiedliche Meinungen über bestimmte Produkte gelesen. Was der eine in den Himmel lobt ist für den nächsten der letzte Dreck. Da ist keine Tendenz zu erkennen. Also wieder den Spezi im Outdoor-Shop befragen. Der sagt: „Bei Deiner Größe brauchst Du einen Rucksack mit verstellbarem Tragegestell – wohl bis XL!“ Ah ja??!! Und was bedeutet das? Naja, er hat mir dann einen roten gefüllten Rucksack hingestellt. Den habe ich fast nicht vom Boden bekommen. Auf meine Nachfrage meinte der Verkäufer dann, dass sie generell alle Rucksäcke mit 13 Kg befüllen. Ich setzte den Rucksack auf, ließ mir beim einstellen der Schulterriemen und des Hüftgurts helfen. Dann saß der Rucksack richtig. Naja richtig. Er zog an den Schultern wie doof als hätte er gar keine Hüftpolster. Das war nix!

Als nächstes reichte er mir einen türkisfarbenen Rucksack. Natürlich war auch der mit dreizehn Kilo Gewicht bestückt. Ich hiefte also dieses Packstück auf meinen Rücken und ließ mir wieder bei den Riemen- und Gurtanpassung helfen. Das war schon was anderes. Die Schulterriemen waren breit und gepolstert genug um sich nicht in meine Schulter- und Nackenmuskulatur einzuarbeiten. Der Hüftgurt tat ganz offensichtlich seinen Dienst ordentlich. Beim gehen stellte ich allerdings fest das dieser Rucksack bei jedem Schritt auf und ab springt und hopst. Das wird auf einem über 800 Kilometer langem Weg wie dem Jakobsweg irgendwann nervig. Das wars also auch noch nicht

Der Verkäufer setzte ein breites Grinsen auf als wenn er die Weisheit mit Löffeln gefuttert hätte und drückte mir einen schwarz/orangefarbenen Rucksack in die Hand. Da auch dieser Trekkingbeutel 13 Kg wog schleuderte ich ihn im Halbkreis auf die Schulter um dann mit dem anderen Arm durch die entsprechende Schlaufe zu fahren und das Ungetüm auf meinem Rücken zu fixieren. Ich fand das Fassungsvermögen mit 48 Liter zunächst so indiskutabel, dass ich nicht bereit war den Rucksack zu verschließen. Ganz unter dem Motto: Diese kleine Gurke kaufe ich ohnehin nicht. Da hatte ich aber die Rechnung ohne den Wirt, äh tschuldigung, ohne den Verkäufer gemacht. Er bat mich freundlich doch jetzt auch mal den Hüftgurt zu verschließen. Ich tat es und war darauf derjenige der ein breites Grinsen im Gesicht hatte. Ich schaute in den Spiegel um erkennen zu können ob der Verkäufer heimlich etwas aus dem Rucksack entfernt hat, aber nein er war immer noch voll.

Das Gewicht, dass ich anfangs ziemlich schwer empfunden hatte, lastete nur federleicht auf meinem Rücken und ich könnte nicht verstehen wieso. Ich versuchte Erklärungen beim Verkäufer zu bekommen. Der lächelte nur beseelt und meinte das es bei dem Hersteller halt so sei. Ich stand da wirklich mit einem Rucksack in dem 13 Kilogramm lagerten und hatte das Gefühl ich tragen einen Tagestouren-Rucksack in dem eine 0,5 Liter Trinkflasche, eine eingepackte Stulle Brot, ein Apfel, eine Banane eine Regenjacke und ein paar Wechselsocken verstaut sind. Ich hätte mit dem Rucksack einen Marathon laufen können. Wie geht das denn? Der Verkäufer erklärte mir an einem zweiten Modell das Anti Gravity System des Herstellers OSPREY und dessen Vorzüge. Es handelt sich um den Osprey Exos 48L.

OSPREY Exos 48L

9.8

Eigengewicht

9.7/10

Tragesystem

10.0/10

Aufteilung

9.7/10

Verarbeitung

9.9/10

Preis

9.7/10

Pros

  • Anti Gravity
  • Gurte und Riemen
  • Preis
  • Gute Verarbeitung
  • Tragekomfort

Cons

  • kein integriertes Regencover

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