Via Baltica 2018 / Etappe 1: Swinemünde – Zirchow

Meine Höhen und Tiefen auf der Via Baltica

Am 09.07.2018 fuhr ich mit dem FLIXBUS vom Hamburger ZOB nach Usedom, genauer gesagt bis zum Bahnhof Ahlbeck auf Usedom. Von dort ging es noch eine Station mit der UBB nach Swinemünde. Dort sollte mein Jakobsweg beginnen.

Am Bahnhof in Swinemünde angekommen schulterte ich meinen Rucksack und machte mich auf den etwa 1,5 km Weg zur King’s Christ Church um mir dort meinen ersten Stempel in den Pilgerausweis für die Via Baltica geben zu lassen. Quasi meinen Startstempel. Tja, die Rechnung hatte ich ohne das Kirchenpersonal gemacht. Leider fand sich niemand der, entweder Deutsch verstand oder wußte wo sich der Kirchenstempel befand. Nach einer halben Stunde Odyssee mit mehr oder weniger kompetentem Kirchenpersonal bin ich vor so viel Kompetenz geflüchtet. Ich habe dann vor der Kirche ein Selfie mit Kirche im Hintergrund gemacht.

Von nun an ging es an der „Grunwaldzka“ entlang bis zu dem berühmten Schild. dass darauf hinweist das Kamminke nur noch 2,2 km entfernt ist. Dort biegte ich dann links in die „Krzywa“ ab um etliche Kilometer durch einen Kleingartenzubringer zu pilgern. Am Ende verläuft sich die Strasse in einen Wendehammer. Ich ging jedoch rechts weiter um dann kurz darauf den kleinen Grenzbach zwischen Polen und Deutschland zu überqueren. Wohl bemerkt, auf einer Holzbrücke die lediglich für Fußgänger und Radfahrer frei gegeben ist. Kurz darauf war ich in Kamminke wo ich dann die steilste Steigung auf diesem Teil der Via Baltica erklimmen durfte. Es handelt sich um eine kleine Dorfstrasse die etwa 300m lang ist und eine Steigung von etwa 18 Prozent hat.

Nachdem ich dieses natürliche Hindernis bewältigt hatte ging ich über Garz bis nach Zirchow. Das sollten laut Pilgerführer rund 11 km sein. Ich hatte mich auch schon während der Busfahrt in Zirchow im Gemeindebüro angemeldet und erklärt, dass es bei mir etwas später werden könnte, da ich erst gegen 18:00 Uhr in Swinemünde loskommen werde. Das wäre kein Problem, hat man mir am Telefon versichert. Ich sollte nur ein wenig rufen, klingeln, klopfen und suchen wenn ich Zirchow ankäme.

Ja nee klar…. Eine geschlagene halbe Stunde habe ich gesucht, geklingelt, geklopft und gerufen. Als ich dann schon fast heiser war habe ich es aufgegeben und bin weiter gegangen in der Hoffnung vielleicht doch irgendwo noch Unterschlupf zu finden. So ging ich den ausgewiesenen Weg weiter über Neverow bis nach Bossin. Dort ist im Pilgerführer ein schöner Platz am Wasser, besser gesagt am Stettiner Haff, ausgewiesen. Das wollte ich mir anschauen! Inzwischen wurde es langsam dämmerig, deshalb habe ich mich entschlossen dort vor Ort Cowboy Camping zu machen. Das bedeutet man schläft ohne ein Dach über dem Kopf in der freien Natur. (Siehe Foto links) So endete also mein erster Tag auf der Via Baltica.

Wetter: Heiter bis Wolkig
Temperatur: 22 Grad
Etappenstrecke: 15 Kilometer
Etappendauer: 3:56 Stunden
Kategorie: Jakobsweg ·Via Baltica
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