Via Baltica 2018 / Etappe 2: Bossin – Usedom

Auch total müde kann ich Leistung abrufen

Am 10.07.2018 wachte ich nach 3-4 Stunden Schlaf am Deich des Stettiner Haffs in der Nähe des Ortes Bossin nach einer grauseligen Nacht wieder auf um meine 7 Sachen für die 2. Etappe meines Jakobswegs zu packen. Dieser Tag würde anstrengend werden da ich wenig bis garnicht geschlafen hatte.

Die Nacht war so schlimm weil es erstens nie richtig dunkel geworden war und zweitens weil mich die Mücken wahnsinnig gemacht haben. Ich hatte zwar den Schlafsack bis über die Ohren gezogen trotzdem hat mich das deutlich vernehmbare Sirren der Mücken, dass alle gefühlten 5 Minuten auftrat, wach gehalten. Schlaftrunken packte ich also meinen Rucksack. Ich wußte ich habe gestern schon ein Stück der heutigen Etappe vorweg genommen, trotzdem war es ein Stück. Nachdem ich fertig gepackt hatte und zwei Kilometer gegangen war, traff ich auf eine doppelte Tisch-Bank-Kombination die ich als Anlass nahm meine gestern in Swinemünde gekauften Lebensmitel als Frühstück zu mir zu nehmen.

Der Himmel war heute morgen Bleigrau aber das Wetter blieb trocken. Nach dem Frühstück ging es mir schon etwas besser und ich machte mich gestärkt auf den Weg Richtng Usedom. Als erstes ging es über einen nur für Fußgänger und Radfahrer freigegebenen Asphaltweg Richtung Dargen. Vor dort aus ging es vorbei am DDR Museum auf einem Schotterweg und dann durch einen Wald an dem Ort Prätenow vorbei. Dann auf die Stolper Strasse und hier macht der Weg einen Schlenker in den Ort Gummlin. Von dort wieder zurück auf die Stolper Strasse und auf dieser stolperte ich bis zum „Landhaus am Haff“. Dahinter ging der Weg nach rechts weg, so dass ich gar nicht in den Ort Stolpe hinein musste.

Am äussersten Ende von Stolpe wird die Dorfstrasse überquert und es geht auf einem Radweg, der sich durch die Landschaft schlängelt, weiter. Ein wunderschöner Weg wenn er nicht asphaltiert wäre. Aber seis drum, ich kann daran nichts ändern und folge weiter den Jakobsmuscheln als Webweisung. Nach ein paar Kilometern führt der Weg in einen wunderschönen Tannenwald. Hier ist der Weg inzwischen schon wieder so breit das auch forstwirtschaftliche Fahrzeuge ihn befahren können. Und zu dieser Jahreszeit sind ohne ende Radfahrer unterwegs. Ich werde von denen betrachtet wie ein Ausserirdischer. Die denken bestimmt Alle ich sei völlig bekloppt mit einem Rucksack zu Fuss durch die Gegend zu laufen.

Am Ende spukt mich der Waldweg an einer Kreuzung nahe der B110 am östlichsten Ende von Usedom aus. Nun darf ich den Rest des Weges an der Strasse entlang und am letzten Ende um den Jürgensee herum zur St. Marien Kirche laschen. Leider ist diese Kirche, so wie die in Zirchow, abgeschlossen. Da es erst 15:00 Uhr ist und die private Pilgerherberge erst um 18 Uhr öffnet verbringe ich die verbleibende Zeit in der Bäckerei. Dort bestelle ich mir ein belegtes Brötchen und eine Cola und schlafe krz darauf im Stuhl ein. Rechtzeitig gegen kurz vor sechs wache ich auf, bezahle und begebe mich zur Pilgerherberge. Dort bekomme ich für 15 Euro ein kleines Zimmer unterm Dach. Mir reicht es. Ich wasche meine Sachen, hänge diese auf und lege mich hin zum schlafen – ich hab da was nachzuholen!

Wetter: Bewölkt
Temperatur: 21 Grad
Etappenstrecke: 14,3 km
Etappendauer: 4:38 Stunden
Kategorie: Jakobsweg ·Via Baltica
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