Via Baltica 2018 / Etappe 9: Sanitz – Rostock

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

Nach der Etappe vom Vortag sollten die im Pilgerführer angegebenen 24 Kilometer der heutigen Etappe ein Klacks sein, dachte ich mir. Ja, da hatte ich die Rechnung aber ohne Petrus gemacht.

Die Unterkunft im Gemeindehaus in Sanitz war in Ordnung. Ich habe 5 Euro Spende hinterlassen und bin noch einmal zur Kirche gegangen um ein paar Bilder zu machen. Danach führte mich mein Weg erst wieder zum Supermarkt und dann über die B110 hinaus nach Norden Richtung Gross Freienholz. Was soll ich sagen, es ging natürlich erst einmal wieder über eine asphaltierte Strasse die dann nach 2 – 3 Kilometern zu einem Schotterweg wurde. An diesem Morgen waren es schon wieder locker 26 Grad.

Bevor ich Groß Freienholz erreichte ging es durch einen schönen kühlen Wald, kaum kam ich aus dem Wald heraus war ich auch schon fast in dem Ort. Dann wieder durch einen kleinen Wald, danach an dessen Rand entlang um dann links über die Felder abzubiegen. Hier gab es keinerlei Schatten und inzwischen bestimmt 28 Grad. Das war nett – jedenfalls wenn man braun werden möchte. Ich hatte allerdings andere Ziele. Nämlich Rothbeck was ich nach nur ca. 1,5 Kilometer erreichte.

In Rothbeck ging links ab und leider wieder auf einer Strasse weiter. Nach einem kleinen Knick in der Strasse kam ich an eine Häuseransammlung die keinen Namen trug. Es ging auf der Dorfstrasse weiter bis nach Stetinfeld. Hier bog der Jakobsweg von der Strasse rechts ab in den Ort rein, machte einen Bogen nach links um kurz darauf links auf einem Schotterweg weiter zu führen. Ab hier ging es wieder durch die knalle Sonne bis nach Fienstorf. Das die Temparatur zur Mittagszeit noch höher wurde brauche ich wahrscheinlich gar nicht zu erwähnen. Im Ort machte ich den rechts/links Schwenk mit und folgte dem Weg weiter aus dem raus. Es ging immer noch weitestgehend schattenfrei bis ich die Windräder sehen konnte.

Bei den Windrädern waren zwei vertrackte Weggabelungen, aber im Grunde musste ich mich immer links halten und die Windräder links liegen lassen. Dann kommen weitere Windräder die diesmal rechts liegen gelassen werden. Auf diesem schier endlos wirkendem Weg durch die Getreidefelder brannte sich die Sonne in meine Haut. Irgendwann kam ich dann nach Neuendorf und kurz darauf sogar nach Neu Roggentin und der B110 der ich nun nach Westen folgen sollte. Das tat ich auch und überquerte dabei noch die Autobahn 19 und danach die Bahnlinie. Daraufhin ging es links ab durchs Wohngebiet. Aber nach einigen 100 Metern wieder zurück auf die Haupteinfallstrasse von Rostock. Dann nach einiger Zeit noch über die Warnow und kurz darauf war ich in Rostocks Innenstadt.

An der alten Stadtmauer entlang, vorbei am Denkmal für die Opfer des Faschismus, dann durch die Wallanlagen bis zum Kröpeliner Tor. Von da zum Friedhofsweg 49, zum Gemeindehaus St. Jakobi. Nun passierte folgendes: Ich gekam einen Anruf ich müsse drei Tage später in meiner Heimat bei einer Gerichtsverhandlung anwesend sein, das Gemeindehaus hatte geschlossen und das schlimmste, mein Rucksack ist an einer Hüftflosse gerissen. Ich war so genervt, dass ich meine Pilgerfahrt in Rostock beendete. Ich ging weiter zum Bahnhof und nahm dort eine Stunde später den Flixbus nach Hamburg. Trotz des Abbruchs und Sonnenschutz hatte ich starke Sonnebrände an Stellen wo ich dies überhaupt nicht kannte, z.B. auf der hinteren Wade.

Wetter: Heiter
Temperatur: 34 Grad
Etappenstrecke: 23,8 km
Etappendauer: 5:18 Stunden
Gesamtstrecke: 196 km
Kategorie: Jakobsweg ·Via Baltica
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