Welches Equipment macht auf dem Jakobsweg Sinn?

Was sollte man mit nehmen, was lieber zu Hause lassen?

Die meisten Pilger und Wanderer machen es so, dass sie sich vor Beginn des Reiseantritts umfangreich im Internet informiert haben welches Equipment Sinn macht. Kaum jemand erzählt den Neueinsteigern jedoch was völlig überflüssig ist. Hier deshalb mal eine Auflistung der Goes und No Goes.

Möglicherweise ist einiges von dem für dich schon selbstverständlich. Anderes ist Dir möglicherweise neu oder Du kamst nur noch nicht auf den Gedanken. Ich freue mich auf Deinen Kommentar.


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Doch nun, lass uns starten mit dem sinnvollem Equipment:

6 Tipps für sinnvolles Pilger Equipment

1. Pilgerausweis (Credencial del Peregrino)

Du sammelst auf dem Weg nach Santiago de Compostela in Herbergen, Kirchen, Bodegas usw. Stempel in dem Pilgerausweis. Für die letzten 100 km musst Du in Santiago im Pilgerbüro durchgängig Stempel nachweisen können um die Compostela, die Pilgerurkunde zu bekommen. Eine Kunststoffhülle die dein Credencial vor Feuchtigkeit schützt macht auf jeden Fall Sinn.

2. Ohrstöpsel (Ohropax)

Wer wie ein Pilger in die entsprechenden Herbergen geht um dort zu nächtigen hat oft Mehrbettzimmer. Da es immer wieder Menschen gibt die recht laut schlafen, kann es sehr hilfreich sein um selbst einen erholsamen Schlaf zu haben Ohrstöpsel zu benutzen.

3. Pilgerführer

Ein Pilgerführer ist ein kleines Büchlein in dem alle Etappen eingetragen sind mit Wegbeschreibungen und Herbergen mit Telefonnummern etc. Es gibt den Outdoor* und es gibt den Rother* Reiseführer. Ich werde jetzt hier keinen explizit empfehlen weil ich beide sehr gut finde. Es gibt natürlich auch Apps für das Smartphone die das auch alles können.Ich persönlich möchte aber auf dem Jakobsweg so wenig wie möglich mein Handy in die Hand nehmen müssen.

4. Sicherheitsnadeln

Wenn die Wäsche mal nicht trocken geworden ist oder unterwegs ein oder zwei Teile gewaschen werden müssen kann man diese mit Hilfe der Sicherheitsnadel am Rucksack befestigen so das diese dort weiter trocknen können. Selbst wenn du die Sicherheitsnadeln* am Ende den ganzen Weg über nicht gebraucht hast so haben sie mit lediglich 15 Gramm zu Buche geschlagen.

5. SmarTube

SmarTube* ist ein Trinksystem für die Nutzung mit PET Flaschen. Man kann den Schlauch mit Hilfe eines mitgelieferten Adapters auf gängige PET Flaschen aufschrauben und ersetzt damit die bekanntere Trinkblase.

6. Kopfbedeckung

Eine leichte Kopfbedeckung* kann wichtig sein und dich vor einem Sonnenstich schützen. Welche Form von Kopfbedeckung du wählst entscheidet dein Geschmack. Trekkinghut, Bufftuch, Basecap, Schirmmütze oder Cowboyhut – alles ist in Orndung so lange es leicht ist.


Ok das waren die Goes, nun kommen die No Goes bzw. das sinnlose Equipment:


6 Dinge die Ihr auf dem Jakobsweg garantiert NICHT braucht

1. Ein seidener Hüttenschlafsack

Es handelt sich dabei um ein Schlafsack Inlay oder ein direkter Schlafsack für sehr heiße Nächte. Aber ich sage Euch gleich vorweg – ihr werdet ihn nicht brauchen. Das war eins der Teile die ich nach der dritten Etappe per Post nach Hause sandte. Das Teil wog lediglich 273 Gramm aber ich war froh als ich es weggeschickt hatte.

2. elektrischer Rasierapparat

Ich bin ein Fan von elektrischer Rasur, trotzdem würde ich nie auf die Idee kommen meinen 300 gramm schweren PhiliShave plus Ladegerät mitzunehmen. Wer jetzt denkt das ich stattdessen einen einzelnen Nassrasierer empfehle, liegt total daneben. Kein Fernwanderer würde je einen Rasierer mitnehmen. Das ist so überflüssig wie Regen auf der Wanderung. Lass wachsen das Gestrüpp.

3. Wasserfilter oder Wasseraufbereiter

Mach dir nicht den Stress und schleppe einen Wasserfilter mit. Das kann man auf infrastrukturell schlecht ausgebauten Strecken wie dem Continental Divide Trail machen, aber doch nicht auf dem Jakobsweg wo an jeder zweiten Ecke eine Bar zum rasten einlädt. Also entweder du kaufst dir Wasser oder du füllst es am Wasserhahn einer Bar auf.

4. Aufblasbare Blumenvase

Da las ich doch tatsächlich in einem Forumsbeitrag, dass ein angehender Pilger den Weg geht um die Natur näher kennenzulernen. Deshalb stellte er sich die Frage ob es Sinn macht eine aufblasbare Blumenvase mit zu nehmen und am Abend immer ein paar Blumen hinein zu stecken. Mein Appell an alle Naturliebhaber: Je mehr Natur ihr einfach da lasst wo sie ist – um so mehr Naturliebhaber können sie noch möglichst lange bewundern. Also Blumenvasen zu Hause lassen.

5. Gaskocher

Auch die Frage zu einem Gaskocher auf den Camino Frances las ich in einer Pilgergruppe bei Facebook. Ich musste mir ein Schmunzeln verkneifen. Spanien ist kein Land der 3. Welt. Dort gibt es Strom, Gas und fließend Wasser in jeder Pilgerherberge. Man kann sich dort also auch Kaffee oder Tee kochen so viel und so lange das Herz begehrt. Einen Gaskocher könnte ihr also folglich guten Gewissens zu Hause lassen.

6. Isomatte

Hier kommen wir an einen Punkt an dem sich die Geister scheiden. Die einen sagen „mitnehmen“, die anderen sagen „weglassen“. Ich sage mal so: Es kommt ein bisschen auf die Infrastruktur des Weges an. Auf den Jakobswegen ist eine Isomatte meines Erachtens überflüssig. Auf Europafernwanderwegen kann sie zusammen mit Zelt und Kocher nützlich sein.